Chronologie der Ereignisse

Lern- und Gedenkort ehemalige Stasi-U-Haft, Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt

1878

Neben dem Gerichtsgebäude am Domplatz wird das Gefängnis fertiggestellt. In der Nazizeit ist das Gerichtsgefängnis in der Andreasstraße auch ein Ort der Unterdrückung Andersdenkender. Ab 1952 teilt sich das Ministerium des Innern (MdI) das Haus mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als Untersuchungshaft.

4. Dezember 1989

Bürger besetzen die Stasi-Bezirksverwaltung und die Stasi-Untersuchungshaft in Erfurt (Andreasstraße 38), als erste in der DDR. In der U-Haft werden Akten der Kreisdienststellen eingelagert. Auf Grund einer von Egon Krenz verfügten Amnestie sind die Zellen nicht mehr belegt. Damit blieb die oberste Etage im Westflügel weitgehend im Zustand von 1989 erhalten.

2. Oktober 1990

Am letzten Tag des Bestehens der DDR, wählt die Volkskammer Joachim Gauck von der Volkskammer zum „Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR“. Er war bereits seit Anfang 1990 Vorsitzender vom „Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)/Amt für Nationale Sicherheit (AfNS)“.  

14. November 1991

Das Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG) wird erst jetzt vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Bis dahin dauerte das Ringen um eine gesetzliche Regelung, die jedem Betroffenen Einsicht in die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS, genannt Stasi) ermöglicht.

4. Dezember 1992

Am Eingang der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung wird eine Tafel zur Erinnerung mit folgendem Text angebracht: „AUS DEN FESSELN DER ANGST BEFREIEN Am 4. Dez. 1989 wurde dieses Gebäude der Staatssicherheit der DDR von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Erfurt besetzt.“ Anlässlich der Enthüllung wurde offiziell die Auflösung des Bürgerkomitees verkündet.

Jedes Jahr treffen sich nun an diesem Tag um 18 Uhr hier Akteure, die an der Stasibesetzung beteiligt waren, um an dieses wichtige Ereignis in der Friedlichen Revolution zu erinnern.

Januar 1999

Die „Gesellschaft für Zeitgeschichte“ wird von ehemaligen Bürgerkomitee-Mitgliedern gegründet. Von Beginn an gibt es den Gedanken, sich für eine Bildungs- und Gedenkstätte zur DDR-Diktatur und die friedliche Revolution 1989 einzusetzen, ohne dass es dazu konkrete Pläne gibt.

2002

Die bis dahin noch teilweise genutzte U-Haft wird geschlossen. Mitarbeiter beim Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen erfahren von Überlegungen, das Gebäude abzureißen und informieren die Gesellschaft für Zeitgeschichte.

Ende 2003

Ein Mitarbeiter der oberen Denkmalschutzbehörde informiert die Gesellschaft für Zeitgeschichte über konkrete Abrisspläne und auf Bitte dieser die neu gewählte Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen. Beide bemühen sich gemeinsam, den Abriss zu verhindern.

Frühjahr 2004

Das Staatsbauamt Erfurt als Verwalter der landeseigenen Immobilie Andreasstraße 37 stellt einen Antrag auf Abriss des Gefängnisses und aller Nebengebäude, um die Fläche als innerstädtisch prominent gelegene Immobilie vermarkten zu können.
Die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen und die Gesellschaft für Zeitgeschichte e.V. erheben dagegen Einspruch, ebenso das Landesamt für Denkmalpflege Erfurt.

2. April 2004

In einer Begehung des Gebäudes mit der Landesbeauftragten, der Gesellschaft für Zeitgeschichte, Polizeidirektion und dem Denkmalschutz werden erste Pläne zur Einrichtung einer Gedenkstätte gemacht. Die Idee, das Gebäude mit einer Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird geboren.

4. Oktober 2004

Der Abrissantrag für die ehemalige Stasi-U-Haft wird im Thüringer Landtag verhandelt. Minister Trautvetter stellt eine Prüfung bis Sommer 2005 in Aussicht.

29. April 2005

Das Gefängnis (Gefängnisgebäude mit Wärterhaus und Einfriedung) wird in das Thüringer Denkmalbuch eingetragen AZ EF EIN 1 L 05-009

20. bis 30. April 2005

Die Fachhochschule Erfurt stellt studentische Arbeiten vor, die untersuchen, wie ein Jugendhotel und eine Gedenkstätte sich in dem Gebäude verwirklichen lassen. Die besten Arbeiten werden in einer Ausstellung im Landtag und in einer Broschüre präsentiert

Mai 2005

Ein erstes Konzept zur Einrichtung einer Gedenkstätte entsteht in Zusammenarbeit der Gesellschaft für Zeitgeschichte mit der Landesbeauftragten und ihren Mitarbeitenden.

15. Juni 2005

Die Ausstellung "EINSCHLUSS" wird eröffnet. Träger ist die Gesellschaft für Zeitgeschichte in Zusammenarbeit mit der Landesbeauftragten, Kurator der Kunstausstellung Manfred May. Sie erreicht über 8.000 Besucher und damit eine sensibilisierte Öffentlichkeit, das Vorhaben einer Gedenkstätte wird konkreter.

31. August 2005

Ministerpräsident Althaus erklärt nach einem Besuch der Ausstellung die Absicht der Landesregierung, den Ort als Gedenkstätte und zur politischen Bildung zu erhalten.

Am 22. Dezember 2005 teilt er in einem Schreiben an die Landesbeauftragte (siehe Anlage) über die Bemühungen, eine Nutzung für das gesamte Gebäude zu finden, mit: „Ich gehe davon aus, dass Sie diese Bemühungen weiterhin begleiten, insbesondere hinsichtlich der Frage der Einordnung eines Gedenkortes und der Frage nach einem geeigneten Träger. Wie Sie wissen, unterhält der Freistaat Thüringen vergleichbare Einrichtungen nicht in Landesträgerschaft.“

Sommer 2005

Immer wieder besuchen auch ehemals hier Inhaftierte die Ausstellung und berichteten spontan von ihren Erlebnissen. Mitarbeiter/innen der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (Stasi) beginnen damit, Zeitzeugen, vorwiegend ehemals Inhaftierte der Stasi-U-Haft, in die Führungen, einzubeziehen.

2005

Während der Ausstellung findet sich eine Gruppe ehemals Inhaftierter, die weiterführende Treffen ehemaliger politischer Inhaftierter vorschlagen. Das erste Treffen fand am 4.11.2005 im nebenan gelegenen Saal der Andreasgemeinde statt. Die Landesbeauftragte und ihre Mitarbeiter/innen organisieren diese »Arbeitsgemeinschaft der Zeitzeugen« und beraten sie.
Es gab Anfragen, ob sie nicht bei der GfZ Mitglied werden können, wir haben dann empfohlen, einen eigenen Verein zu gründen, weil die Fragen von Rehabilitierung und Entschädigungen nicht unser Schwerpunkt waren.

15.September 2005

Finissage der Ausstellung EINSCHLUSS I. Über 8.000 Besucher konnten die ehemalige U-Haft und die Kunstobjekte besichtigen und an 15 Veranstaltungen teilnehmen.

7. Dezember 2005

Die Gesellschaft für Zeitgeschichte fasst einen Grundsatzbeschluss, sich an einer künftigen Bildungs- und Gedenkstätte zu beteiligen, lehnt aber eine alleinige Trägerschaft ab.

29. März 2006

Der Stadtrat Erfurt fasst einen Beschluss (Nr. 072/2006) zur Errichtung einer Gedenkstätte in der Andreasstraße 37. Ebenfalls im März kommt es zu ersten Verhandlungen mit dem Land Thüringen als Eigentümer und einem Investor über die Sanierung des Gebäudes und Nutzung als Hotel und Gedenkstätte.

Mai 2006

Das Thüringer Finanzministerium schreibt die Immobilie mit den Auflagen Denkmalschutz und Errichtung einer Gedenkstätte zum Preis von250.000 € aus. Die Frist verstreicht, ohne dass sich ein Interessent gemeldet hätte.

15. Juni bis 15.September 2006

EINSCHLUSS II Gefangenschaft hören, Kunstausstellung und vorläufige Gedenkstätte in Trägerschaft von Radio F.R.E.I. e.V., der Gesellschaft für Zeitgeschichte e.V. und der Thüringer Landesbeauftragten f.d. Stasiunterlagen, beteiligt ist auch die Gruppe ehemals Inhaftierter.

17. März 2007

Der Verein „Freiheit – Förderverein Gedenkstätte Andreasstraße e.V“. gründet sich am 17. März 2007 in der kleinen Synagoge in Erfurt aus der Gruppe ehemals Inhaftierter, die seit November 2005 als »Arbeitsgemeinschaft der Zeitzeugen« bei der Landesbeauftragten trifft.

2007

Die Gesellschaft für Zeitgeschichte erarbeitet ein Konzept für eine Bildungsstätte zur Diktatur in der DDR mit den Schwerpunkten „erinnern – gedenken – lernen“, die Landesbeauftragte und eine Gruppe ehemals Inhaftierter sind beteiligt. Wegen unterschiedlicher Auffassungen legen diese ein Alternativkonzept vor, das sich auf eine Haftgedenkstätte konzentriert.

13. Juni bis 15. September 2007

Das Projekt "Einschluss" wird weitergeführt. Träger ist Radio FREI, beteiligt sind die Landesbeauftragte, die Gesellschaft für Zeitgeschichte und eine Gruppe ehemals Inhaftierter.

27. Juni bis 14. September 2008

„Freiheit e.V.“ führt gemeinsam mit der Landesbeauftragten eine weitere Ausstellung mit dem Titel „Licht und Horizonte uns Provisorium einer Gedenkstätte“ durch.

Ende 2008

Die Landesregierung setzt eine Expertenkommission unter Leitung des Historikers Prof. Peter Maser ein, sie legt am 30. September 2008 die Eckpunkte für eine Konzeption vor.

Januar 2009

Mit einen Kabinettsbeschluss der Thüringer Landesregierung wird der Stiftung Ettersberg die Trägerschaft über die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße übertragen

Januar 2009

„Freiheit e.V.“ wendet sich an die Öffentlichkeit mit Vorwürfen an die Landesregierung, dass die Haftopfer nicht angemessen beteiligt werden, der Verein fordert, die Trägerschaft der künftigen Gedenkstätte übertragen zu bekommen.

18. Juni bis 15. September 2009

„Freiheit e.V.“ öffnet wieder gemeinsam mit der Landesbeauftragten die ehemalige U-Haft, u.a.mit der Ausstellung „Von Liebe und Zorn - Jungsein in der Diktatur“

11. Juni 2009

Der "Thüringer Geschichtsverbund zur Aufarbeitung der SED-Diktatur", gründet sich als Arbeitsgemeinschaft der Aufarbeitungsinitiativen und -einrichtungen, Gedenkstätten und Grenzmuseen

27. Juli 2009

Die Landesregierung gründet die unselbständige Stiftung "Gedenken Erinnern Lernen", die die Trägerschaft der neuen Einrichtung wahrnehmen soll.

Januar 2010

Mitglieder von Freiheit e.V. besetzen die ehemalige U-Haft, um ihrer Forderung nach Trägerschaft Nachdruck zu verleihen.

18. 3. 2010

Die „Gemeinsame Erklärung“ von "Freiheit e.V." und der "Gesellschaft für Zeitgeschichte" über die gemeinsamen Ziele für die Gedenk- und Bildungsstätte wird unterzeichnet, die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) schließt sich dem im Juni an: „In der Bildungs- und Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt sollen Zeitzeugen unter Wahrung ihrer jeweils individuellen Erfahrungen in der konzeptionellen Erarbeitung, den Ausstellungen, der Bildungsarbeit und im Dialog mit wissenschaftlicher Arbeit beteiligt sein. Zeitzeugen sind Opfer und Akteure der Überwindung der SED-Diktatur ebenso wie die Menschen. die die Folgen der SED-Diktatur im Alltag ertragen mussten; Widerstand und Opposition und Haft müssen sich wiederspiegeln.“

26. März 2010

Freiheit e.V., VOS, Gesellschaft für Zeitgeschichte schließen jeweils Vereinbarungen mit der unselbstständige Stiftung „Gedenken - Erinnern - Lernen. Thüringer Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ des Kultusministeriums zu Mitarbeit und Kooperation der Zeitzeugen ab. Damit und mit der „Gemeinsamen Erklärung“ gelingt es, den Konflikt um Inhalt und Trägerschaft vorerst beizulegen und die Basis für die heutige konstruktive Zusammenarbeit zu legen.

Ende Mai 2010

Eine Historiker-Kommission zur Erarbeitung einer "Landesförderkonzeption für Gedenkstätten und Lernorte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen" beginnt mit ihrer Arbeit.

4. Juni 2010

Der Beirat für die Bildungs- und Gedenkstätte mit den drei Vereinen konstituiert sich. Er tagt unter der Leitung von J. Heise (Freiheit e.V.) aber nur drei Mal. 

1. Juni 2010

Eine Arbeitsgruppe beginnt mit der Arbeit für das Grundkonzept der Bildungs- und Gedenkstätte.

17. Juni 2010

Mit einem Festakt wird der Baubeginn der Bildungs-und Gedenkstätte gefeiert. Am 1. Juli beginnen die eigentlichen Bauarbeiten.

29. Juni 2010

Parallel dazu und ohne Absprache beginnt „Freiheit e.V.“ mit der Erarbeitung eines eigenen Konzepts, die Ergebnisse von 4 Workshops werden am 21. Oktober öffentlich vorgestellt.

1. Oktober 2010

Stefanie Wahl wird mit der weiteren Erarbeitung der Ausstellungskonzeption beauftragt, die Leitlinien dafür waren in der Konzept-Arbeitsgruppe gemeinsam festgelegt worden.

3. 12. 2010

Die Konzeptarbeitsgruppe befasst sich mit dem vorgelegten Zwischenergebnis und auch mit dem Alternativ-Konzept und bildet eine Projektgruppe, die ein gemeinsames Konzept vorlegen soll.

3./4. Februar 2011

Freiheit e.V., VOS und die Landesbeauftragte üben scharfe Kritik an dem Konzeptentwurf von Frau Wahl als „DDR-Museum auf kleinstem Raum“. Sie fordern stattdessen die Umsetzung ihres parallel erstellten eigenen Konzepts, das die Haft der Stasiopfer und das Gedenken an diese in den Mittelpunkt stellt. Freiheit e.V. hatte bereits in Schreiben vom 17. bzw. 24. 1. 2011 seine Mitarbeit unter diesen Bedingungen für beendet erklärt.

16. Februar 2011

Die Historiker-Kommission legte die Empfehlungen für eine „Landesförderkonzeption für Gedenkstätten und Lernorte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ vor:
"Die Andreasstraße eignet sich in besondere Weise dafür, die Geschichte der SED-Diktatur und ihrer Überwindung in Thüringen unter besonderer Berücksichtigung der Andreasstraße als MfS-Haftanstalt darzustellen. Geeignet dafür wäre die Verknüpfung mit einer Dauerausstellung zur Geschichte der SED-Diktatur und ihrer Überwindung in Thüringen in Verbindung mit einem „Erfahrungsgeschichtlichem Forum“, das der Vermittlung unmittelbarer Erfahrungen insbesondere politischer Häftlinge bzw. von Opponenten gegen die SED-Diktatur dient.
Um den Gedenk- und Lernort Andreasstraße auf hohem fachlichen Niveau dauerhaft abzusichern, empfiehlt die Kommission die institutionelle Förderung und eine institutionelle Verbindung mit der Stiftung Ettersberg."

4. März 2011

Die Arbeitsgruppe tagt abschließend zu der Konzeption. Zahlreiche Vorschläge, u.a. aus dem Konzept von Freiheit e.V. sind in das im Auftrag der Arbeitsgruppe von Frau Wahl erarbeitete Konzept eingeflossen. Freiheit e.V. und VOS teilen vorher mit, dass sie nicht zu der Sitzung kommen, weil sie ihre Vorschläge nicht ausreichend berücksichtigt sehen.
Das Ergebnis wird als Ausgangsbasis für die weitere detaillierte Erarbeitung bestätigt.

15. Juni 2011

Der Stiftungsrat der Stiftung „Gedenken-Erinnern-Lernen“ stimmt der Rahmenkonzeption für die Ausstellungsgestaltung in der Erfurter Andreasstraße mit nur einer Gegenstimme zu.

Die Gesellschaft für Zeitgeschichte hat mit ihrer Stellungnahme vom 31. 5. 2011 die Konzeption befürwortet.

Die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen lehnt das Konzept nach wie vor ab. In einem TA-Interview vom 14.6.11 kritisiert sie es heftig

Der Verein "Freiheit e.V." hat sich seit März 2011 nicht mehr an der Erarbeitung beteiligt und seine weitere Mitarbeit bei der Jahreshauptversammlung am 14. 5. 11 an Bedingungen geknüpft, die insbesondere das von Freiheit e.V. erarbeiteten „Zeitzeugen‐Historiker‐Konzept“ als Grundlage akzeptiert, die Einrichtung „als ein Ort politischer Haft“ versteht und eine Trägerschaft der Stiftung Ettersberg ablehnt.

Die Erfurter Bezirksgruppe der VOS Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. stimmte nach einer Mitgliederversammlung am 23.05.2011 mit nur einer Gegenstimme dem Konzept zu. Daraufhin kam es zu Kontroversen mit der Landesbeauftragten und später mit dem Vorsitzenden von Freiheit e.V.

Neu beteiligt sich auch der am 26.10.2010 gegründete Verein AufRecht e.V.

14. Juli 2011

Öffentliche Präsentation der Konzeption durch das Kultusministerium. Zahlreiche Interessierte sicherten ihre Mitarbeit als Zeitzeugen zu.

September 2011

Die Erarbeitung eines Detailkonzeptes der Ausstellung wird ausgeschrieben.

November 2011

Nach einer öffentlichen Ausschreibung schlägt eine Findungskommission als Leiter für den Aufbau der Gedenk- und Bildungsstätte den Berliner Historiker und Publizisten Jochen Voit einstimmig vor. Die Berufung wurde vom Stiftungsrat und dem Kultusministerium noch im November bestätigt.

29. November 2011

Die Landesregierung beschießt  die Zusammenlegung der Stiftung „Gedenken Erinnern Lernen“ mit der Stiftung Ettersberg. Die neue Einrichtung wird den Namen „Stiftung Ettersberg Europäische Diktaturerforschung – Aufarbeitung der SED-Diktatur – Gedenkstätte Andreasstraße“ tragen.
Die neue Stiftung soll sowohl einen wissenschaftlichen Beirat als auch einen Beirat erhalten, der sich vorrangig mit Themen der Aufarbeitung beschäftigt. Die Vorsitzenden beider Gremien werden gemeinsam mit Vertretern der Landesregierung und Landtagsabgeordneten den neuen elfköpfigen Stiftungsrat bilden.

15. Dezember 2011

Der Stiftungsbeirat der Stiftung Ettersberg beschließt mit mehr als der notwendigen Zweidrittelmehrheit eine Satzungsänderung, um den Zusammenschluss der Stiftung mit der Stiftung Gedenken, Erinnern, Lernen vollziehen und deren bisherige Aufgabe, die Trägerschaft für die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, übernehmen zu können.

27. Januar 2012

Baustellen-Besichtigung in der Andreasstraße. Es nehmen teil: Mitglieder von der VOS, Freiheit e.V., Aufrecht e.V. und der Gesellschaft für Zeitgeschichte, Dr. Jochen Voit, Martina Jung und Anneke de Rudder vom Büro "ikon-ausstellungen", Prof. Dr. Hans-Joachim Veen und Michael Siegel von der Stiftung Ettersberg und Ralph Holeschovsky von der OFB-Projektentwicklngsgesellschaft.

1. Februar 2012

Der Leiter des Aufbaustabes, Herrn Dr. Jochen Voit, nimmt seine Arbeit auf, Martina Jung und Anneke de Rudder vom Büro "ikon-ausstellungen" übernehmen die Weiterarbeit an der Ausstellungskonzeption.

14. Februar 2012, 15. März 2012, 5. Juni 2012

Weitere öffentliche Gesprächskreise für die Dauerausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße. Mit dabei sind Mitglieder des Freiheit e.V., AufRecht e.V., der VOS, der Gesellschaft für Zeitgeschichte und weitere Interessierte.

März 2012

Die Mehrheit der Mitglieder von Freiheit e.V. hat sich für eine weitere Mitarbeit entschieden. Joachim Heise, vormals 1. Vorsitzender, trat im März 2012 aus dem Verein aus. Rainer Schneider, bislang 3. Vorsitzender, amtiert - auf Wunsch des Vorstandes - seit Mai als geschäftsführender Vorsitzender. Wie der Verein auf seiner neu gestalteten Webseite im August 2012 erklärt, "respektiert" er die "Beschlüsse von Landtag und Kabinett zu seiner Mitwirkungsbefugnis an der Gedenkstätte" und "arbeitet mit Partnern dieses Konsenses zusammen".

Juni 2012

Nachdem die unselbständige Stiftung „Gedenken, Erinnern, Lernen“ bei ihrer letzten Sitzung der Überleitung in die Stiftung Ettersberg zugestimmt hat, ist die Trägerschaft für die künftige Bildungs- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-U-Haft Andreas­straße Erfurt mit der Veröffentlichung im Staatsanzeiger Thüringens rechtskräftig. In derselben Sitzung wurde auch das Konzept vom Büro "ikon-ausstellungen" bestätigt.

16. 6. 2012

Der Stiftungsrates der erweiterten "Stiftung Ettersberg" konstituiert sich, damit ist die Trägerschaft der "Stiftung Ettersberg" für die künftige Bildungs- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-U-Haft Andreasstraße Erfurt rechtsgültig.

Ende September 2012

Nach der Bauabnahme durch das Thüringer Kultusministerium werden die Räume der Stiftung Ettersberg zur Nutzung übergeben.

18. 10. und 15. 11. 2012

In einem Gespräch der drei Vereine mit der Leitung der Bildungs- und Gedenkstätte wird die Gestaltung des ehemaligen Freihofes beraten, die später in einem weiteren Gesprächskreis in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

3. 12. 2012

Die Bildungs- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-U-Haft Andreasstraße Erfurt wird – vorerst noch ohne Dauerausstellung – eröffnet. Eine „Woche der offenen Tür“ mit zahlreichen Veranstaltungen schließt sich an.

17. 6. 2013

Der nördliche Freiganghof wird mit einer Nachempfindung der früher dort befindlichen Freigangzellen, die von den Häftlingen "Tigerkäfige" genannt wurden, als Gedenkort eröffnet.

4. 12. 2013

Die Dauerausstellung »HAFT, DIKTATUR, REVOLUTION: Thüringen 1949-1989« wird eröffnet.

4. 12. 2014

Der neue Mediaguide zu der Dauerausstellung und einem Stadtrundgang zu den Erfurter „Orten der Friedlichen Revolution“ wird vorgestellt. Später wird auch eine Fassung in Englisch erarbeitet.

Zugleich wird der neue Band der kleinen Schriftenreihe „Es lag was in der Luft …“ präsentiert. Der Band beschreibt die Ereignisse des Herbstes 1989/90 bei der Auflösung der Staatsicherheit in den drei thüringischen Bezirksstädten Erfurt, Suhl und Gera.

Die Gesellschaft für Zeitgeschichte stellt ebenfalls eine Dokumentation vor: „Schließt euch an! Die friedliche Revolution in Erfurt“ Das Buch bietet auf 390 Seiten einen detailreichen Überblick über die Zeit vor und während der Friedlichen Revolution.